Altes französisches Château umgeben von Weinbergen und Wald

Weine aus Frankreich

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Über Weine aus Frankreich

In keinem Land der Welt wird mehr exzellenter Wein produziert. Der Wein ist hier derart in die nationale Kultur und in lokale Traditionen eingebettet, dass man wohl von einer quasi-spirituellen Beziehung sprechen kann. Auch wenn sich der Weinkonsum pro Kopf in den letzten 50 Jahren halbiert, und sich auch die landesweite Anbaufläche signifikant reduziert hat, spielt Frankreich eine einzigartige Rolle für die Weinwelt. Weltweit bekannt sind Bordeaux, Burgund und natürlich Champagner, allerdings verfügt das Land nicht nur über drei, sondern 300 Anbaugebiete.

Terroir - ein umstrittenes Konzept

Frankreich ist außerdem die Geburtsstätte des Terroir-Begriffs, für den es in keiner Sprache eine exakte Übersetzung gibt. Er versteht Wein als Ausdruck des Bodens, Klimas und der von Menschen geschaffenen Kultur. In der Weinwelt ein durchaus ambivalent betrachtetes Konzept. Insbesondere die nicht-europäischen Weinländer sehen darin eher eine Marketing-Masche, welche den Status der “alten Welt” und Frankreichs als Weltspitze des Weins zementieren soll. Eine nachvollziehbare Sichtweise mit wahren Anteilen, doch nicht ausreichend, um das Konzept zu disqualifizieren. Was wäre Pinot Noir ohne das Burgund und die Zisterziensermönche, was Cabernet Sauvignon ohne die wasserdurchlässigen Kiesböden des Bordelais oder was Champagner ohne seine Kreideböden und die mittelalterlichen Experimente des Dom Pérignon? Aus unserer Sicht beschreibt Terroir die individuellen Bedingungen der Weinherstellung, seine Herkunft und Geschichte, welche für die jeweilige Charakteristik im Glas verantwortlich sind - und zwar nicht nur in Frankreich, sondern überall, wo Wein produziert wird.

Eine bewegte Geschichte

Seinen Anfang nahm der französische Wein wahrscheinlich bereits mit den ersten Rebpflanzungen um 600 v. Chr durch die Griechen. Die Römer waren schließlich verantwortlich für seine systematische Verbreitung in Gallien, beginnend im Rhônetal und ab dem 2. Jahrhundert ausweitend in das Burgund und nach Bordeaux. Die Verbreitung des Weinbaus ging Hand in Hand mit der christlichen Missionierung: die Kirchen brauchten Messwein und die Mönche sahen es als ihre fromme Pflicht, diesen anzubauen. Mit der Renaissance kam er als soziales Distinktionsmittel im Adel und in der reichen Bürgerschicht an und die Nachfrage innerhalb Europas stieg kräftig. So verfügte Frankreich im 17 Jahrhundert schließlich über dreimal so viel Rebfläche wie heute.

Im Jahr 1855 erstellte die Handelskammer von Bordeaux eine Klassifikation der zahlreichen Bordeaux Château, die bis heute ihre Gültigkeit behalten hat. Etwa zur selben Zeit tauchte in den französischen Weingärten zum ersten Mal eine Pilzkrankheit mit verheerenden Folgen auf: Oidium (falscher Mehltau) richtete massive Schäden an, und so kam es im Jahr 1854 fast zu einem Totalausfall der Lese. Das einzig wirksame Mittel - der bis heute verwendete Schwefel - bannte die Gefahr nur kurz, denn schon entfaltete sich die nächste Bedrohung für den französischen Weinbau: die Reblaus. Höchstwahrscheinlich aus Amerika eingeschleppt, greift dieses fiese Insekt die Wurzeln der Reben an, sodass sie und die gesamte Pflanze absterben. Ab 1863 verbreitete sie sich in ganz Frankreich und vernichtete die Rebbestände fast vollständig. Erst 1910 wurde mit dem Pfropfen auf amerikanische Unterlagsreben ein Gegenmittel gefunden, etliche Rebsorten waren jedoch bereits ausgerottet.

Die folgenden Neupflanzungen entsprachen einem Neubeginn, der bis heute wegweisend ist. Ab 1936 wurde eine genaue geographische Definition von Anbaugebieten vorgenommen und strikte Produktionsregeln festgelegt. Je größer das Gebiet, desto großzügiger die Vorschriften. Je kleiner die sogenannte Appellation, desto strenger die Regeln hinsichtlich Rebsorten, Ertrag und Qualität. Das System der AOC - Appellation d'Origine Contrôlée - war geboren. Heute gibt es etwa 1000 dieser Appellationen, der Rest ist einfacher Landwein oder IGP - Indication Géographique Protégée. Insbesondere die Begrenzung der Mengen durch neue Vorschriften führte zu mehr Klasse statt Masse.

Das weltweite Vorbild

Nur wenige Winzer würden heute leugnen, dass sie von den großen Weinen aus Bordeaux, Burgund, Champagne oder von der Rhône beeinflusst wurden. Frankreich ist der Ursprungsort einiger Rebsorten-spezifischer Stile, die weltweit reproduziert oder zumindest als Inspiration genutzt werden: Chardonnays oder Pinot Noir aus dem Burgund. Bordeaux-Cuvées aus Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot. Sauvignon Blanc von den Ufern der Loire. Und natürlich der weltberühmte Champagner. Das Reifen in französischer Eiche, der Ausbau auf der Feinhefe, das Aufrühren der Hefe und die malolaktische Gärung sind Spielarten der Vinifikation, die immer wieder verwendet werden, um Weine zur absoluten Veredelung zu bringen. Aber auch Riesling, Sylvaner oder Gewürztraminer aus dem Elsass, Beaujolais aus dem Süden des Burgunds, Jura, Sud Ouest und die Provence - allesamt Namen, die für einzigartige Stile und herausragende Qualitäten stehen. Sogar der quantitativ wichtige Süden des Landes, mit den Regionen Languedoc und Roussillon, hat in den letzten Jahrzehnten eine drastische Steigerung der Qualität erlebt. So erhält und zelebriert Frankreich sein hoch geachtetes Erbe und versäumt es dabei nicht, sich im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne auch neu zu erfinden und weiterzuentwickeln.